Rabenschwarze Beute


Pendo (1. März 2018)
ISBN 978-3866124196
352 Seiten
€ [D] 16,00 €
Originalausgabe
Auch als E-Book erhältlich

Silvester in Murnau: Ein Mann in Tarnanzug ballert mit einer Schreckschusspistole in die Nacht hinaus. Wegen der Knallerei dauert es eine Weile, bis jemandem auffällt, ­­­­­­dass da wirklich einer totgeschossen wurde. Das Opfer, Markus Göldner, ist ein arrivierter Architekt, der aber vor allem durch sein aggressives Engagement im Vogelschutz auffiel: Er wetterte gegen Sommerfeuerwerke, gegen Böllerschützentreffen und gegen Windkraftanlagen. Da er sich so viele Feinde damit gemacht hat, kommen Irmi Mangold und Kathi Reindl mit ihren Ermittlungen kaum voran. Doch dann verschwindet die vierjährige Tochter der beliebten Modebloggerin La Jolina, und die beiden Kommissarinnen stehen plötzlich vor einem Fall, der zwar zehn Jahre zurückliegt, aber noch heute Albträume bereitet ...
Nicola Förg, Bestsellerautorin und Journalistin, hat mittlerweile 19 Kriminalromane verfasst, an zahlreichen Krimi-Anthologien mitgewirkt und 2015 einen Islandroman vorgelegt. Die gebürtige Oberallgäuerin, die in München Germanistik und Geografie studiert hat, lebt heute mit Familie sowie Ponys, Katzen und anderem Getier auf einem Hof in Prem am Lech – mit Tieren, Wald und Landwirtschaft kennt sie sich aus. Sie bekam für ihre Bücher mehrere Preise für ihr Engagement rund um Tier- und Umweltschutz.
 
 

Fragen an Nicola Förg

„Rabenschwarze Beute“ ist wie jeder gute Kriminalroman nicht nur spannende Unterhaltung sondern auch eine Art Momentaufnahme der Gesellschaft im Umfeld eines Verbrechens. Bei Irmis und Kathis neuem Fall geht es viel um das Phänomen von (Mode)-Blogs und um die Selbstdarstellung im Internet. Sehen Sie hier besondere Gefahren für unsere Gesellschaft?

Die Gefahr könnte jeder einzelne für sich bannen, denn mit gesundem Menschenverstand und Intuition kommt man weit. Aber gerade junge Mädchen und auch Jungs stehen stark unter Druck. Sie eifern diesen künstlichen Internet-Vorbildern nach und müssen fast zwingend scheitern - weil sie eben keine Modelmaße haben und/oder kein Geld da ist, sich mit Schichten vom Kosmetik oder gar Operationen selbst ständig zu optimieren. Und sind wir ehrlich: Keiner ist frei davon, sich immer wieder mit anderen zu vergleichen und man muss recht alt werden, um so souverän zu sein, sich selbst anzunehmen.

 

So wie die eher handfeste Kommissarin Irmi Mangold?

Auch Irmi Mangold ist da nicht komplett souverän, was ihr Aussehen betrifft, aber ihre Welt ist so bodenständig und so real, dass sie sich immer wieder selber erdet.  Sie geht nur beruflich ins Internet - und das schon ungern.

Darum versteht sie auch nicht, wie es zu einer Rufmordkampagne kommen kann, wie sie im Roman auf einem  Ärztebewertungsportal stattfindet. Für Irmi Mangold hat der Arzt etwas mit Vertrauen zu tun, mit einer Chemie, die passen muss. Und sie ist sicher:  Völlig unreflektiert werden online Hotels, Bücher, Klamotten oder Ärzte bewertet. Früher hat man gesagt: Schlaf mal eine Nacht drüber. Das würde Irmi Mangold  gerne den meisten Facebook-, Instagram- und Twitter-Kommentatoren zurufen!

 

Die Figur der jungen Modebloggerin La Jolina, die ihre vierjährige Tochter schon für Shootings missbraucht, steht dagegen für eine Selbstinszenierung in den sozialen Medien, die über Leichen zu gehen scheint…

Es ist mir wichtig, Schwarz/Weiß-Polemik zu vermeiden. Es bleibt immer ein Stück weit offen, wie der Leser das bewerten will. Ist La Jolina deshalb eine schlechte Mutter? Ist sie für die schöne Fassade und rücksichtslose Selbstoptimierung zu bedauern oder ist das eben ihr Weg? Wie hoch ist der Preis für den Ruhm und muss man ihn nicht zwingend zahlen?

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